Aufrufe
vor 2 Monaten

Zwergerl Magazin September/Oktober 2019

  • Text
  • Informationen
  • Kindheit
  • Schwangerschaft
  • Kindern
  • Eltern
  • Anmeldung
  • Miesbach
  • Rosenheim
  • Landkreis
  • Kinder
Das Familienmagazin in der Metropolregion München. Zweimonatlich interessante Themen, spannende Berichte und wichtige Informationen rund um das Thema Familie.

s27-34_b&b_sep19_B&B

s27-34_b&b_sep19_B&B 19.08.2019 12:23 Seite 30 Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft Rohe tierische Lebensmittel sollten Schwangere nicht zu sich nehmen, um eine Ansteckung mit bestimmten Erregern zu verhindern. Jedoch gibt es auch einiges beim Kauf und bei der Zubereitung von anderen Lebensmitteln zu beachten. So kann einer Toxoplasmose, Listeriose und Salmonellose vorgebeugt werden. Solche Infektionen verlaufen bei der werdenden Mutter oft ohne Anzeichen oder führen zu Magen-Darm-Problemen bzw. grippeähnlichen Symptomen. Beim Baby kann es zu Entwicklungsstörungen kommen. Aber auch Fehl- und Frühgeburten sind möglich. Daher ist es besonders jetzt wichtig, auf Hygienemaßnahmen zu achten und bei Verdacht auf eine Infektion unbedingt einen Arzt aufzusuchen. Falls nötig, wird mit Antibiotika behandelt, um für das Baby das Risiko einer Ansteckung zu senken. Kommt es zu Durchfall und/oder Erbrechen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine genauere Untersuchung notwendig, um einer Mangelversorgung des Ungeborenen vorzubeugen. Erreger Die Erreger dieser drei Infektionskrankheiten können durch rohes oder nicht durchgegartes Fleisch sowie Fisch und über Obst, Salat und Gemüse übertragen werden. Toxoplasmen sind Parasiten, die außerdem vor allem über Katzenkot aber auch über Wiederkäuer infizierend sein können. Steckt man sich an, bildet man Antikörper gegen den Erreger und ist damit geschützt (immun). Bereits immune Schwangere können ihr Baby nicht anstecken. Mittels Blutprobe kann der Frauenarzt gleich am Anfang der Schwangerschaft auf eine Immunität testen. Infiziert sich die Frau erst während der Schwangerschaft, können von Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit ein bis drei Wochen vergehen. Listerien sind Bakterien, die sich in Rohmilchprodukten und schimmelgereiften Käsesorten tummeln können. Die Symptome können schon nach wenigen Stunden oder erst nach mehreren Tagen auftreten. Salmonellen sind bakterielle Erreger, die sich gern in rohen eiweiß- und wasserreichen Lebensmitteln (z. B. in Wurstwaren, Meeresfrüchten, Salaten sowie in Rohei- Zubereitungen) vermehren. Deren Wohlfühltemperatur liegt bei 10 bis über 40 Grad. Kommt es zu einer Infektion, vergehen meist fünf bis 72 Stunden, bis Krankheitssymptome auftreten. Schutz? Was können Schwangere tun, um sich und ihr Baby zu schützen? Schon beim Einkaufen lohnt sich ein Blick auf die Verpackung gekühlter Lebensmittel, denn dort müssen z. B. Rohmilchprodukte als solche gekennzeichnet sein. Erreger können sich außerdem in abgepackten Salaten mit Keimen und Sprossen verstecken. Bitte unbedingt die Kühlkette einhalten! Fleisch und Fisch sollte bei der Zubereitung mindestens 10 Minuten eine Kerntemperatur von 70 Grad erreichen, um die Keime abzutöten. Obst, Salat und Gemüse immer gründlich unter fließendem Wasser abwaschen. Milch, Milchprodukte und Eier nur durcherhitzt verzehren. Gründliches Händewaschen und gut gereinigtes Küchenzubehör sind jetzt besonders wichtig. Bei der Gartenarbeit sollten Handschuhe getragen werden und das Katzenklo besser von einem Familienmitglied reinigen lassen. Mehr über Lebensmittelinfektionen gibt es auf mamadoc.de. Dort ist das Übersichtsposter „Infektionen durch Lebensmittel – Meide Folgendes in der Schwangerschaft!“ zum Download verfügbar. Text: Marie-Luise Lipp – mamadoc 30 Bauch&Baby

s27-34_b&b_sep19_B&B 19.08.2019 12:23 Seite 31 Gesund Essen in der Schwangerschaft Eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft spielt eine wichtige Rolle für die gesunde Entwicklung Ihres Babys. Wenn Sie ein Baby erwarten, essen Sie für zwei. Allerdings bezieht sich das nicht unbedingt auf Ihren Kalorienbedarf. Der steigt nur mäßig an: Gegenüber anderen Frauen benötigen Schwangere pro Tag nur etwa 250 Kalorien mehr. Von Beginn der Schwangerschaft an aber steigt der Bedarf an Nährstoffen und Vitaminen. So hat eine Schwangere einen höheren Bedarf an Eiweiß, Kalzium, Zink, Vitamin B2, Eisen, Folsäure und Jod. Und mit den Nahrungsmitteln, die Sie während der Schwangerschaft essen, prägen Sie bereits in dieser Zeit Geschmacksvorlieben Ihres Babys. Auf diese Weise können Sie Ihrem Baby schon jetzt etwas Gutes für seine späteren Essvorlieben tun. Vitamine & Co Worauf es in der Schwangerschaft vor allem ankommt, ist eine gute Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen. Die Folsäure - ein B-Vitamin – ist wohl eines der wichtigsten. Es ist an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt und steuert Zellteilung und Wachstum. Bei einem Mangel kann es zu Blutarmut und Verdauungsstörungen bei der werdenden Mutter kommen. Viel gravierender ist bei einer Unterversorgung die Gefahr eines Neuralrohrdefektes - eine Fehlbildungen im Bereich des Rückenmarks und des Gehirns des Babys. Der Bedarf an Folsäure steigt schon zu Beginn der Schwangerschaft auf das Doppelte an. Da die Zufuhr bei den üblichen Ernährungsgewohnheiten nicht ausreicht, sollten Frauen mit Kinderwunsch unbedingt auf eine ausreichende Versorgung achten. Und zwar bereits ab dem Zeitpunkt einer geplanten Schwangerschaft. Unterstützend wirken hier folgende Nahrungsmittel, die reich an Folsäure sind: Spinat, Brokkoli, Rosen- Grün- und Blumenkohl, Eigelb, Endivien, Spargel, Tomaten, Weizenkeime und Roggenvollkorngetreide. Bei den Obstsorten sind Apfelsinen, Bananen und Mangos zu empfehlen. Vitamin D (Knochenbildung, Zahnwachstum) ist in der Schwangerschaft ebenfalls sehr wichtig. Der Bedarf ist durch den Genuss von Milch und Milchprodukten gut zu decken. Gehaltvoll ist auch Fisch (z. B. Forelle, Hering oder Makrele). Außerdem wird es durch die Einwirkung des UV-Sonnenbzw. Tageslichts auf unsere Haut gebildet. Hier kann ein langer Spaziergang in der Sonne Wunder wirken Geschmacksprägung beginnt im Bauch Hier finden Sie einen Überblick über Nahrungsmittel, die Sie ohne essen können, und über solche, die Sie meiden sollten. Obst & Gemüse: frisches, gut gewaschenes oder geschältes Obst/Gemüse; frische, gut gewaschene Blattsalate, naturbelassenes Tiefkühl-Obst und -Gemüse, Hülsenfrüchte, selbst gepresste Säfte. Meiden: Dosenobst und -gemüse, fertig geschnittene, abgepackte Salate und Obstportionen, industriell hergestellte Säfte mit Zuckerzusatz. Brot & Backwaren: grundsätzlich alle Vollkornprodukte. Meiden: Weißbrot und -brötchen, Weißmehlprodukte, weiße Nudeln, gesüßte Frühstücksflocken, Kekse, Kuchen, Torten, Pommes, Chips etc. Milch & Micherzeugnisse: fettarme Milch und Milchprodukte wie Naturjoghurt, Sauer- und Buttermilch, fettreduzierte Butter. Meiden: vollfette Milch und Milchprodukte, Butter, Sahne, Sahnepudding, fertige Fruchtjoghurts und Fruchtquarks, Rohmilch. Handelsübliche Milch ist wärmebehandelt, um Keime abzutöten. Käse: magere Käsesorten aus pasteurisierter Milch, wie z.B. Butterkäse, Edamer, Emmentaler oder Gouda. Meiden: Camembert, Brie, Käserinde, Die erste Erfahrung, wie die Welt schmeckt, macht das Baby bereits im Mutterleib. Das Geschmackssystem entwickelt sich beim Fötus bereits im Frühstadium der Schwangerschaft: die Zunge mit den Geschmacksknospen entsteht im 2. Schwangerschaftsmonat. Ab dem 3. Monat nimmt das Ungeborene den Geschmack des Fruchtwassers wahr. Im Ultraschall kann man sehen, wie der Fötus Fruchtwasser einsaugt und herunterschluckt: 200 bis 760 ml Fruchtwasser täglich (je nach Entwicklungsstadium). Dabei wird er einer großen Vielzahl von Geschmacksstoffen ausgesetzt. Denn man weiß, dass die Flüssigkeit unterschiedlich schmeckt, je nachdem, was eine Schwangere isst. Schon vor der 28. Woche reagiert das Ungeborene nachweislich positiv auf süße Geschmacksreize und negativ auf Bitteres. Mit 32 Wochen reagiert der Fötus auf einen veränderten Geschmack des Fruchtwassers mit einer Änderung des Trinkverhaltens: Bei süßem Geschmack schluckt er häufiger, bei bitterem Geschmack seltener. So erfahren die Ungeborenen bereits bestimmte kulturelle Geschmacksmuster, lange bevor sie später mit den Lebensmitteln in Berührung kommen. Ernährungsempfehlungen in der Schwangerschaft Schnitt- und Weichkäse aus Rohmilch, Sauermilchkäse (z.B. Harzer), offen verkaufter Frischkäse. Fleisch & Fleischerzeugnisse: mageres, gut durchgegartes Fleisch/Geflügel, magerer Bratenaufschnitt, gekochter Schinken ohne Fettrand. Nicht empfehlenswert: rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch – können Krankheitserreger wie Toxoplasmen und Listerien enthalten (z.B. Tartar, Mett, Carpaccio), rohe Pökelfleischprodukte (z.B. Kassler, Rauchfleisch), Fleischsalat ohne Konservierungsstoffe, streichfähige Rohwurst (z.B. Tee- /Mettwurst). Fisch: frischer Seefisch, wie z.B. Seelachs, Kabeljau, Schellfisch. Meiden: roher Fisch (z.B. Sushi, Austern, Shrimps, Kaviar), Räucherfisch (z.B. Kieler Sprotten, Schillerlocken), Matjes, die Seefische (Rot-)Barsch, Hecht, Heilbutt, Seeteufel, Steinbeißer, Thunfisch (können durch Methylquecksilber belastet sein). Eier sollten zur Vorbeugung einer Infektion mit Salmonellen nur gut durchgegart gegessen werden. Farb- und Konservierungsstoffe können Allergien beim Kind auslösen. Daher wird vom Verzehr von Fertigprodukten und auch Süßigkeiten abgeraten. Bauch&Baby 31

hm Newsstand

Zwergerl Magazin September/Oktober 2019
Zwergerl Magazin Juli/August 2019
Zwergerl magazin Mai/Juni 2019
Zwergerl Magazin März/April 2019
Zwergerl Magazin Januar Februar 2019
Zwergerl Magazin November/Dezember 2018
Zwergerl Magazin September/Oktober 2018
Zwergerl_Magazin Juli/August 2018
Zwergerl Magazin Mai/Juni 2018
Zwergerl Magazin März/April 2018
Zwergerl Magazin Januar/Februar 2018
Zwergerl Magazin November/Dezember 2017
Kindergeburtstag Spezial 2017
Ausflüge_Freizeit_mai17
4. Kindergeburtstag Spezial 2018
Zwergerl Magazin Sonderheft Ausflüge Freizeit Frühling/Sommer 2018
4. Ausgabe Ausflüge/Freizeit Spezial
Kinderferienkalender im Zwergerl Magazin

© heinmedia UG (haftungsbeschränkt) 2018