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Zwergerl Magazin September/Oktober 2019

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Das Familienmagazin in der Metropolregion München. Zweimonatlich interessante Themen, spannende Berichte und wichtige Informationen rund um das Thema Familie.

s11-19_red_sep19_Layout-zm 19.08.2019 12:29 Seite 16 Am AnFaNg wAr dEr BaUwAgEn: Ein Porträt der Pädagogin Anna Seliger Fotos // A.PPLAUS | Text // Petra Warth Nach den Ferien ist vor den Ferien und nicht nur im Sommer geht es in vielen Familien darum: Wie gestalten wir die freien Tage der Kinder? Eine Antwort darauf könnte ein Ferienprogramm sein. Die gibt es zu vielfältigen Themen und oft auch mit Ganztagesbetreuung. Eine Frau, die sich damit besonders auskennt, wollen wir heute einmal genauer vorstellen. Und sie kann nicht nur davon erzählen, wie wichtig solche Angebote für Kinder und Jugendliche sind, sondern auch davon, dass auch steinige Wege zum Ziel führen. Wenn Anna erzählt, wie alles begann, taucht man ein in eine andere Welt. Eine Welt, die aus bunten Zirkuswägen besteht und aus diesem Gefühl von Kreativität, Freiheit und leuchtenden Kinderaugen. Das liegt vor allem auch an ihr selbst, denn auch nach mehr als 30 Jahren, in denen sie schon viele pädagogische Konzepte für Kinder entwickelt hat, hat sie nichts von ihrem Enthusiasmus verloren. Kinder zu berühren, sie mit Kunst und kreativen Konzepten zu fördern – das ist Annas Lebensaufgabe. Anna Seliger hat in München vieles geschafft und geschaffen. Ende der 90er Jahre startete sie LILALU, jenes Festival, dessen Anfänge im Bauwagen so magisch klingen, wenn Anna davon erzählt. Das Konzept dafür hatte sie schon längere Zeit zuvor entwickelt. Artistik und zirzensische Künste einzubinden in ein Betreuungsprogramm für Kinder: Das war etwas Neues, Abenteuerliches und die Stadt München beauftragte sie, ihre Idee umzusetzen. Gemeinsam mit ihrem Weggefährten und Ehemann Willi Wermelt schuf Anna in wenigen Jahren aus ihrer Idee eine Festival, das zu einem festen Bestandteil im Olympiapark und in ganz München wurde. Das aber selbst dann, als es schon so viel größer geworden war, diesen besonderen Geist der Anfänge noch immer in sich trug. Das kleine Bauwagen-Dorf im Olympiapark bekam einen Biergarten und Strandkörbe, Sterneköche kochten mit den Kindern, Schauspieler und Autoren gaben Lesungen, der Bandwettbewerb Unüberhörbar suchte jährlich die besten Münchner Nachwuchsbands, während auf der Bühne diejenigen spielten, die schon angekommen waren im Musik-Business. Zum Erfolg gehört auch immer das Scheitern dazu Wenn Anna von dieser Zeit erzählt, schwingt auch immer ein bisschen Wehmut mit. Denn man kann ihre Biographie nur erzählen, 16 wenn man auch vom Scheitern spricht. LILALU wechselte irgendwann den Träger, die Stadt zog sich aus dem Projekt zurück. Anna und Willi versuchten es allein. Es klappte nicht, der Verein, den sie gegründet hatten, musste Insolvenz anmelden. Aber Anna wäre nicht Anna, wenn sie nicht wie eine Löwin für ihren Traum gekämpft hätte. Es gab neue Träger, ein paar Wechsel später war das Festival wieder gefestigt. Sommerferien und LILALU, das war eine fixe Größe für viele Familien in und um München geworden. Hier könnte die Geschichte nun enden, aber sie tut es nicht. Denn eines Tages war LILALU nicht mehr Anna Seliger. Sie musste ihre Tätigkeit als Projektleiterin niederlegen, die Zusammenarbeit mit dem Träger funktionierte nicht mehr. Und so ging sie einen neuen Weg. A.PPLAUS entstand, ihr aktuelles Projekt. Auch das eines für Kinder, auch das mit Ferienprogramm, mit Workshops und Kursen – eine „Ferienakademie“ der schönen Künste. Ihr neues Projekt heißt A.PPLAUS Aber, sagt Anna deutlich, sie wolle daraus kein zweites LILALU machen. Die bunte Zirkus-Welt gibt es nur noch in abgespeckter Form. Viel wichtiger ist bei A.PPLAUS Kunst im weitesten Sinne. Tanz, Schauspiel, Artistik, Sport, Bewegung – all das verpackt in ein Ferienprogramm, das viermal im Jahr stattfindet: In den Osterferien, den Pfingstferien, den Sommerferien und den Herbstferien. Es gibt Kreativwerkstätten und Akrobatikkurse, Cooles wie Stunt- und Parcours-Workshops, Ausflüge in den Hochseilgarten, wo dann mit dem Vertikalseil geturnt wird, und eine Pop- und Musical-Akademie. Mit A.PPLAUS, erzählt Anna, kehre sie wieder zu ihren Wurzeln zurück. Wieder klein anfangen, wieder etwas leiser sein. Auch wenn das gar nicht so ihre Art ist. Sie, die nicht nur pädagogische Konzepte entwickelt, sondern auch in der Politik schon lange aktiv ist.

s11-19_red_sep19_Layout-zm 19.08.2019 12:29 Seite 17 Und die weiß, dass das, was sie tut, auch gesellschaftliche Relevanz hat. Ein Projekt auch für die, die wenig haben Wenn sie von der Notwendigkeit von Betreuungsoptionen in den Ferien und auch im Ganztagesbetrieb an Schulen spricht, ist da schnell wieder dieser Enthusiasmus. Etwas anpacken. Etwas schaffen. Und zwar für alle, gerade auch für diejenigen, die sich keinen teuren Ferienspaß leisten können. Und so kostet eine Woche Ganztagsprogramm bei A.PPLAUS auch nur 75 Euro, ermäßigt für einkommensschwache Familien sogar nur 30 Euro. Das alles will finanziert sein, gerade wenn man einen hohen Anspruch an die Qualität hat. Im Fall von A.PPLAUS heißt das beispielsweise, nur mit hochgradig qualifiziertem Personal zusammenzuarbeiten. Und so gehen Anna und Willi, mit dem sie auch dieses Projekt gemeinsam angeht, erneut den anstrengenden Weg. Fördergelder beantragen. Spenden sammeln. Finanzierungskonzepte durchrechnen, Bildungspläne schreiben. Manchmal ist es ein zäher Kampf, das geben die beiden unumwunden zu. Aber für wen würde es sich lohnen, all das durchzuboxen, wenn nicht für die Kinder? Alles gut markiert! gutmarkiert.de Namensaufkleber und Kleidungsetiketten in unterschiedlichen Größen und Designs. Wasserfeste Namensetiketten für Schule, Kindergarten und unterwegs. Spül- bzw. waschmaschinenfest. Nichts mehr verlieren oder vertauschen! (gültig bis 31.10.2019, nicht kombinierbar mit anderen Rabattcodes) www.gutmarkiert.de gutmarkiert© Sophie 01714567890 gutmarkiert © Gratis Versand Mit Code: GM-ZW-05 Michael Schäfer Maximilian 0176-12 34 56 778 Die Welt ein bisschen besser machen Es braucht Menschen wie Anna, die mit ihren Idealen die Welt ein bisschen besser machen. Die keine Angst haben, anzuecken. Und das tut sie. Immer und immer wieder. Sie, die selbst keine Kinder hat, und doch so viele. Und die immer neue Pläne schmiedet. Für A.PPLAUS hat sie ein Nachhaltigkeitskonzept geschrieben, das sie ab 2020 anbieten will. Umweltpädagogen zeigen dabei den Kindern, wie man Müll vermeidet, selbst Seife oder Waschmittel herstellt. Begleitend will sie einen Film drehen, mit und von den Kindern. In dem die Apokalypse der Welt beleuchtet wird. Eine Szene soll am Wasser spielen, auf einem Segelschiff. Den Kontakt zu einem Kapitän am Gardasee hat sie schon mal klar gemacht: „Ich hab den einfach angerufen.“ So ist sie. Einfach mal machen. Eine Fußballakademie für Mädchen hat sie sich ausgedacht. Will Ganztagesbetreuung flächendeckend an Münchner Schulen anbieten. Das Konzept A.PPLAUS in andere Städte in Deutschland bringen. Wenn man ihr zuhört, könnte einem schwindlig werden von all dem Tempo, das sie vorlegt. Die Ideen werden ihr nicht ausgehen. Und das ist wohl auch der Grund, warum es bei ihr immer weitergeht. Voran und niemals zurück. Hinfallen ist erlaubt. Dann wird die Krone gerichtet. Und weitergegangen. 17

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