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Zwergerl Magazin Mai/Juni 2020

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s3-11_fsn_mai20_Layout-zm 30.04.2020 17:22 Seite 8 Frankfurter Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz, Kinderkunsthaus München und TikTok starten Spendenkampagne im Kampf gegen COVID-19 Die Frankfurter Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz und das Kinderkunsthaus München starten auf TikTok, der kreativen Plattform für Kurzvideos, die #Alles- Geben Spendenkampagne. Unterstützung für Initiative Kinderkunsthaus München Damit werden zum einen durch die Frankfurter Rotkreuz-Schwesternschaften Beschäftigte im Gesundheitswesen im Kampf gegen COVID-19 unterstützt. Insbesondere ermöglicht die Spende die Beschaffung und Bereitstellung von Schutzausrüstung, die Finanzierung von Hotelzimmern und Transportlösungen entsprechend den Bedürfnissen vor Ort sowie die Schaffung von individuellen Lösungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Beruf und Pflege. Die Frankfurter Rotkreuz-Schwesternschaften und deren Einrichtungen gewähren regelmäßig Einblicke in ihren Alltag auf verschiedenen Social Media Kanälen - z.B. auch auf TikTok unter @drk_schwesternschaft_ffm. Zum anderen wird die gemeinnützige Initiative Kinderkunsthaus München gefördert. Mit seinem offenen und interdisziplinären Konzept ist das Kinderkunsthaus einzigartig im deutschsprachigen Raum: Unabhängig von Herkunft, Status und Generation werden dort Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter der Anleitung von Kunstund Medienpädagogen spielerisch und ohne Wertung ermutigt, kreativ zu sein. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie begeistert und inspiriert das Kinderkunsthaus München jeden Tag Eltern und Kinder auf Social Media - unter anderem auf TikTok unter @kinderkunsthaus - mit DIY- und Kreativaktionen. Das Kinderkunsthaus wird im Rahmen der Spendenaktion Kreativ- und DIY-Aktionen sowie Lesungen und Zeichnen in Live-Streams auf TikTok anbieten. TikTok wird alle Spenden, die bis zum 27. Mai gesammelt werden, bis zu einer Summe von drei Millionen US Dollar verdoppeln. Der im Rahmen der Kampagne erstmals vorgestellte Spenden-Sticker, mit dem Nutzer*innen im Rahmen von Videos und Live- Streams ganz einfach Spenden für Organisationen sammeln können, soll einen Beitrag im Kampf gegen COVID-19 leisten. „Die Mitarbeiter*innen des Kinderkunsthaus München arbeiten seit Mitte März von zuhause und bereiten Kindern und deren Eltern in Deutschland und mittlerweile in ganz Europa mit täglichen DIY- und Kreativaktionen Freude und Abwechslung. Das motiviert unser Team enorm, schweißt zusammen und hilft auch gemeinsam mit der schwierigen Situation fertig zu werden. Die TikTok-Spendenkampagne ermöglicht es uns, einen Teil der Umsatzeinbußen, die durch die Schließung entstanden sind, aufzufangen und die laufenden Kosten weiter tragen zu können.“ - Sebastian Zembol, Co-Gründer Kinderkunsthaus. Den Spenden-Sticker können Creator*innen ganz einfach in ihre Videos und Live-Streams integrieren, über den die Community dann direkt an die beiden Organisationen spenden können. Durch einen Klick auf den Spenden-Sticker erfahren Nutzer*innen zudem mehr über die begünstigten Organisationen. Die Zahlung wird über Tiltify sicher abgewickelt; TikTok erhält dabei keine Daten. Eine anonyme Spende ist möglich. Wie der Spenden-Sticker funktioniert erklärt der Creator @flying_bengel in diesem Video. #AllesGeben Im Rahmen einer Video- und Livestream-Eventreihe der #AllesGeben-Kampagne bekommen die Frankfurter Rotkreuz-Schwesternschaften und das Kinderkunsthaus prominente Unterstützung von Fußballstar Mario Götze und Ehefrau Ann-Kathrin, Sänger Bill Kaulitz und der Band Tokio Hotel als auch Schauspielerinnen Alexandra Helmig, Sylvie Meis und Creatorin Pamela Reif. „Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen leisten aktuell großartige Arbeit, kümmern sich Tag und Nacht in Krankenhäusern und Pflegeheimen um uns alle und verzichten dabei auf Freizeit und Familie. Wir freuen uns sehr, dass wir bei #AllesGeben mitmachen dürfen und diesen Menschen damit etwas zurückgeben können. Uns ist es besonders wichtig, dass die Beschäftigten im Gesundheitswesen mit ausreichend Schutzausrüstungen ausgestattet sind, damit auch sie gesund durch diese Zeit kommen." - Ann-Kathrin und Mario Götze. Außerdem unterstützen eine Reihe von Creator*innen die Spendenaufrufe mit Videos wie die Pflegekräfte @schwestervanny, @jimboy27, @stephi.wa und @5_sprechwunsch. i www.rotkreuzkliniken.de/schwesternschaft www.kinderkunsthaus.de 8

s3-11_fsn_mai20_Layout-zm 30.04.2020 17:22 Seite 9 Elternliebe kennt keine Entfernungen Die Initiative „Mein Papa kommt“ bietet diesen Eltern Unterstützung. Eltern wollen für ihr Kind da sein. Ohne Wenn und Aber. Auch nach einer Trennung. Für Trennungsfamilien ist es besonders schwierig, wenn die Eltern nicht mehr am gleichen Ort wohnen. Häufig reisen Vater oder Mutter regelmäßig stundenlang an, um ihr Kind zu sehen. Die Initiative Mein Papa kommt bietet diesen Eltern Unterstützung. Die dreijährige Laura hatte nach der Trennung ihrer Eltern mehrere Ortswechsel erlebt. Die Treffen mit ihrem Papa konnten dennoch kontinuierlich stattfinden, denn Vater Manuel fand überall – in Berlin, in Hamburg und Lübeck – Gastgeber, die ihn während der Papa-Tage an den Wochenenden beherbergten. Die Gastgeber hatte er über die Initiative „Mein Papa kommt“ gefunden. Jedes Jahr erleben über 130.000 Kinder in Deutschland die Trennung ihrer Eltern. Oft leben die Kinder dann weit entfernt von ihrem Papa oder ihrer Mama. Wenn das eigene Kind nach einer Trennung weit entfernt wohnt, ist es nicht einfach, einen engen Kontakt beizubehalten und eine intensive Bindung aufzubauen. Für viele anreisende Eltern ist das finanziell und emotional eine große Herausforderung. Längst nicht jeder Vater oder jede Mutter kann sich die finanziellen Mehrbelastungen leisten, weil die abendliche Heimfahrt nach dem Umgangstag angesichts der Entfernungen nicht mehr möglich ist. Oft verfügen die Eltern auch nicht über ein unterstützendes Netzwerk von Familie und Freunden am Wohnort des Kindes. Die Gefahr, die Nähe zum Kind zu verlieren, ist groß. Fernbeziehungen sind kein Kinderspiel „Mein Papa kommt“ hilft dabei – und richtet sich nicht nur an getrennt lebende Väter, sondern ganz klar auch an getrennt lebende Mütter. Die Idee dahinter: Ehrenamtliche Gastgeber am Wohnort des Kindes bieten einen Übernachtungsplatz an, damit Papas oder Mamas die eigenen Kinder öfter sehen können und der Umgang gesichert ist. Für den Tag bietet die Initiative sogenannte Kinderzimmer auf Zeit an. Das sind Spielzimmer bei privaten Gastgebern, kooperierenden Kindergärten und Familienzentren. Denn am Wochenende stundenlang mit einem Kind draußen unterwegs zu sein, geht nicht nur richtig ins Geld, sondern ist auch für eine qualitätsvolle gemeinsame Zeit nur bedingt geeignet. Kinder brauchen nicht nur Zoobesuche und aufregende Schwimmbad-Tage, sondern auch Rückzug und vertraute Räume, um sich geborgen zu fühlen. Die Idee hatte die Religionspädagogin Annette Habert in 2008, als sich ihr der kleine Sven aus München mit seiner Bedürftigkeit und seinem Trennungsschmerz anvertraute. Sein Vater schlief im Auto, wenn er am Umgangswochenende von weither anreiste. Die Kosten für die Übernachtung in einem Hotel konnte er sich nicht leisten. Die Vorstellung, dass ein Kind nach dem Papa-Tag mit dem Wissen einschläft, dass sein Vater draußen auf dem Parkplatz übernachtet, hatte Annette tief betroffen gemacht. Sven hatte einfach damit gerechnet, dass es für seine Sehnsucht nach Verbundensein doch irgendwen in der Welt geben würde, der ein Hoffnungsträger für neue Lösungen in seiner Familie sein könnte. Annette Habert vermittelte den Vater monatlich an einen ehrenamtlichen Gastgeber am Wohnort von Sven. Bald merkte sie, dass die familiäre Situation des Jungen kein Einzelfall war und vermittelte bundesweit weitere Väter. Zunächst organisierte sie alles vom Küchentisch aus. Doch bald wurde klar, dass das Projekt einen größeren Umfang annehmen würde und sie gründete das gemeinnützige Unternehmen Flechtwerk 2+1. Das Unternehmen hat rund 1.500 registrierte Eltern, die eine Entfernung von durchschnittlich 400 km von ihrem Kind trennt. Zwei Drittel der Kinder sind im Alter zwischen Null und sieben Jahren. Bundesweit engagieren sich knapp 1.600 ehrenamtliche Gastgeber. Wir haben Anette Habert dazu interviewt: ZM: Die Statistik zeigt, dass ein hoher Anteil Kinder mit getrennten Eltern aufwächst. Was bedeutet das für die Kinder? AH: Die Qualität der elterlichen Bindung hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder und letztendlich auf das komplette Erwachsenenleben. Kinder müssen es ertragen, wenn Eltern zusammenbleiben und sich aus dysfunktionalen Beziehungen nicht lösen können. Und Kinder leiden ebenso, wenn Eltern sich trennen. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass sich eine Trennung nicht zwingend negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken muss. Auch Trennungsfamilien können dem Kind Geborgenheit und Sicherheit geben. Vorausgesetzt die Eltern legen ihre Konflikte bei und kooperieren auf der Elternebene. Dann werden für Kinder aus zwei Elternhäusern zwei Zuhause. ZM: Was sind die größten Probleme der Mütter und Väter, die sich bei Ihnen melden? AH: Jeder hat seine eigene Geschichte. Ob die Scheidung in finanzielle Notlagen führt oder ein Kind seinen Vater erst zur Einschulung kennenlernt, die Elternschaft mit einer Affäre beginnt oder das bisher bewährte Wechselmodell wegen beruflicher Veränderungen abgelöst wird. Alle Eltern haben ein gemeinsames Problem: Sie brauchen mehr Erfahrungen von Rückhalt und Wertschätzung, wenn sie über solch große Entfernungen hinweg Verantwortung übernehmen, und sie brauchen konstruktive Handlungsmuster im Umgang mit der Endlichkeit von Beziehungen. ZM: Wie geht der anreisende Elternteil mit der momentanen Situation von Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren um? AH: Seit über zehn Jahren erleben unsere Eltern eine Solidargemeinschaft von Menschen, die ihr Herz und Haus öffnen. Das wird auch in Zukunft wieder möglich sein. Aktuell aber stehen unsere Gastgeber wegen der Kontakteinschränkungen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Wir haben zwar einige wenige Gastgeber, die ihre leerstehende Ferienwohnung zur Verfügung stellen. Das ist für anreisende Eltern aktuell natürlich der Jackpot. Social Distancing ist hier möglich und einem Wiedersehen von Eltern und Kind steht nichts mehr im Wege. Obwohl der Gesetzgeber trotz Ausgangsbeschränkungen den Umgang von Eltern und Kindern ermöglicht, haben die Maßnahmen gegen Corona die multilokale Familienkonstellation mit voller Wucht erwischt. Bei den Eltern kommt die verständliche Frage auf, ob Umgangsregelungen wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr ausgesetzt werden sollen und müssen. Viele unserer Eltern sehen seit Wochen ihr Kind nicht mehr und verzweifeln an der Angst, dass sie für Ihr Kind beim nächsten Wiedersehen zu einem Fremden geworden. Was sind die ehrenamtlichen Gastgeber eigentlich für Leute? Unsere engagierten Gastgeber kommen aus allen Gesellschaftsschichten und haben verschiedenste Familienbiografien. In der Regel sind sie selbst nicht akut von einer Trennung betroffen. Eines haben alle gemeinsam: Sie verstehen die Sehnsucht der Kinder, mit beiden Eltern verbunden zu sein. Sie engagieren sich, indem sie kostenfrei ein Gästebett und einen Morgenkaffee bereitstellen. Dieses Vorschussvertrauen der Gastgeber einem Fremden gegenüber gibt dem getrennt lebenden Elternteil einen kraftvollen, nachhaltigen Rückhalt, der den Wert der kostenfreien Übernachtung bei Weitem übertrifft. Ohne das wunderbare Engagement der Gastgeber wäre unsere gemeinnützige Arbeit nicht möglich! ZM: Wie finanziert sich Ihr Unternehmen? AH: Unsere wichtigste Ressource ist das Vertrauen von Fachkräften in Jugendämtern und Beratungsstellen, Eltern und Gastgebern in unsere gemeinnützige Arbeit. Aber natürlich müssen auch unsere Kosten unseres Sozialunternehmens finanziert werden. Die Väter und Mütter, die unser Angebot nutzen, beteiligen sich nach Möglichkeit mit einem Elternbeitrag, der nur zu einem geringen Teil unsere Kosten deckt. Wir sind auf Fördergelder und Spenden angewiesen. Jede Unterstützung stärkt ein ganzes Kinderleben. Ab 2020 beteiligt sich die Landeshauptstadt München zu einem Teil an der Finanzierung unseres Besuchsprogrammes. Was für ein Segen in dieser auch für uns herausfordernden Zeit. Lest den ganzen Artikel und Interviwe auf der Homepage i www.mein-papa-kommt.de 9

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